Da sitzt man als Adidas-Mitarbeiter im Büro und denkt sich: Wie zum Schnürsenkel kann ich Influencer auf Adidas aufmerksam machen? Dieser Gedanke lässt einen nicht los bis… Gedankenblitz! Und diese Idee geht auf.

Vergesst das langweilige Verschicken von Päckchen.

Produktproben per Post zu verschicken ist langweilig, öde und von gestern. Als Sportmarkengigant kann man sich nicht mit Ideen aus dem letzten Jahrhundert begnügen. Und so entwickelt Adidas eine Kampagne ganz nach ihrem Geschmack: Billboards.

Adidas interpretiert ‘Digital’ neu.

Persönlich, individuell, ausgefallen, innovativ soll es sein. Da bietet es sich an Posts in eine neue Dimension zu verlagern. Die Billboards erscheinen ganz schlicht: Auf schwarzem Hintergrund werden die Nachrichten an die Influencer als Post designed. Keine Farbe, kein ausgefallenes Design, kein großes Drumherum. Die Nachricht beinhaltet nur die Info, wo die Influencer ihr Geschenk abholen können.

https://www.instagram.com/p/Bj8q-cvFUMM/?taken-by=visualsbypierre

Riskant aber lukrativ.

Wer von Euch schon auf den Geschmack von Reichweitenanalysen, z.B. auf facebook, gekommen ist, wird es verstehen. Die Reichweite der Billboards in der realen Welt lässt sich schlecht analysieren. Adidas kann also nicht genau nachvollziehen, wenn die Billboards erreichen. Die Eingrenzung der Zielgruppe ist hier natürlich nicht möglich, so wie es bei facebook Ads oder Google Adwords möglich ist.

Ausdauer bei der Planung und der Veröffentlichung ist gefragt.

Adidas ist sich der Risiken dieser Kampagne bewusst. Deshalb ist ein guter Plan gefragt. Das Entscheidende dabei sind die Locations. Adidas überlegt sich genau, wo die Schnittmenge der eigenen Follower und der Follower der Influencer am größten ist. Und dann bleibt es weiterhin zu hoffen, dass viele Personen darauf reagieren.

https://www.instagram.com/p/BkBMrozDCRw/?taken-by=t_glick

Adidas spricht den individuellen Influencer hinter der Influencer-Masse an.

Die Influencer werden auf den Billboards direkt und individuell angesprochen. Ganz im Stil von Instagram, entwirft die Marke einen Post. Allerdings gobt es kein instagrammable Bild dazu. Die Billboards zeigen nur einen Text. Die Influencer werden direkt angesprochen, indem sie ‘real’ getaggt werden. Natürlich bekommen die Influencer dadurch keine Benachrichtigungen auf ihre Smartphones. Dafür werden sie anderweitig auf die Billboards aufmerksam…

Wozu hat man denn Follower…

Wie wahrscheinlich ist es denn, dass gerade der angesprochene Influencer an genau dem Billboard vorbeiläuft, das ihn oder sie anspricht? Nicht sehr wahrscheinlich, wenn man die Größe der Staaten bedenkt. Nun, zum Glück sind sie Influencer. Denn was macht Influencer unter anderem aus? Klar, die Follower! Und die machen ihre heißgeliebten Influencer auf die Billboards von Adidas aufmerksam.

Aber wie?

Ganz einfach. Indem die Follower die Billboards fotografieren und die Influencer (wirklich) taggen, nämlich auf Instagram. Bloß gut, dass Influencer mit Instagram Geld verdienen. Sonst wäre die Aktion von Adidas höchstwahrscheinlich in die Sportschuhe gegangen. Und das will natürlich niemand. Schon alleine wegen dem Geruch nicht.

Adidas darf sich auf’s Siegertreppchen freuen.

Die Kampagne ist laut Adidas ein voller Erfolg. Daher wird sie im Juli und August in weiteren Städte in den USA ausgespielt. Eine geschickte und gut durchdachte Aufstellung, die sich Adidas da hat einfallen lassen.