Der Fall ‘Vreni Frost’ ist geschlossen! Dun dun! Das Urteil gegen Vreni Frost ist gefallen. Was bei der Verhandlung rausgekommen ist, hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Was ist der Grund für das Verfahren und was beinhaltet das Urteil genau? Lest weiter, um das komplette Drama zu verstehen.

Wer ist Vreni Frost?

Vreni Frost ist eine Bloggerin bzw. Instagrammerin. Sie hat über 54.000 Follower auf Instagram. Vreni verdient ihr Geld mit Instagram-Posts. Und genau hier fängt die Geschichte an. Gegen Vreni Frost liegt eine Einstweilige Verfügung vor. Sie darf Marken auf Instagram nicht mehr markieren, ohne diese Posts als Werbung kenntlich zu machen. Aber wieso?

Screenshot von Vreni Frosts Instagram-Account.

Vreni Frost steht im Fokus der Internet-Community – aber aus keinem positiven Grund.

Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt…

Jetzt wieder zurück zum Ernst der Sachlage: Die Instagrammerin postet einen Beitrag, in dem sie ein Unternehmen taggt und markiert ihn nicht als Werbung. Vreni argumentiert, dass die Posts nicht vergütet wurden, sie ihre Follower nur auf dem Laufenden hält und die Unternehmen nur taggt, um Fragen nach dem Ort an dem sie sich befindet, vorzubeugen.

In Berlin geht’s ab!

Im Jahr 2017 wurden allein in Berlin ganze 142 Abmahnverfahren wegen Werbekennzeichnung durchgeführt. Dieses Jahr sind wir schon bei 82 Verfahren (Stand 19.6.2018)!* Wieso schießen diese Zahlen so in die Höhe? Das liegt wohl daran, dass die Regelungen und Gesetzgebungen rund um das Internet, vor allem Social Media, noch nicht komplett ausgereift sind.

Eine Zusammenfassung der Gründe für das Urteil.

Da das Urteil gegen Vreni Frost eher komplex und lang ist, haben wir die grundlegenden und ausschlaggebenden Gründe für die ‘Verurteilung’* für Euch zusammengefasst.

1. Der Leitfaden der Landesmedienanstalten taugen nichts.

YouTuber, Instagrammer, Blogger, Agenturen und Netzwerke orientieren sich am Leitfaden, der von den Landesmedienanstalten verfasst wurde. Der Leitfaden erklärt wie bzw. wann werbliche Inhalte gekennzeichnet werden sollen.

Der Leitfaden bezieht sich allerdings nur auf das Telemediengesetz und den Rundfunkstaatsvertrag. In Vrenis Fall war es ein Verstoß gegen das Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb. Der Leitfaden schützt also nicht vor Abmahnungen. Blogger können sich also nicht mehr vollkommen darauf verlassen.

Das Gericht entschied zudem, dass sie zu viele Follower hat. Ab 50.000 Followern sollte die Werbekennzeichnung erfolgen, egal ob es vergütet wird oder nicht. Denn sie erreicht ‚zu viele‘ User. Das zählt vor allem, wenn der Tag oder Link zum Online-Shop führt.

2. Es bestand die Möglichkeit zum Online-Shop zu gelangen.

Tags zu Instagram-Accounts von Marken mit einer Verknüpfung zum Online-Shop sind problematisch. Ein solches Taggen impliziert eine kommerzielle Handlung. Und die muss im Beitrag gekennzeichnet werden. Durch Instagram Shopping ist es jetzt einfacher zum Online-Shop zu gelangen. Die Alternative zum Taggen wäre das Unternehmen in der Caption, also dem Beitragstext, zu erwähnen. Ob das allerdings auch als Werbung zählt, ist fraglich.

3. Private Posts sind Teil der Marketingstrategie.

Jeder Instagrammer, der mit Werbung sein Geld verdient bzw. dadurch Vergünstigungen bekommt, verfolgt mit den Beiträgen ein geschäftliches Interesse. Und da Vreni Frost mit ihrem Instagram-Account Geld verdient, verfolgt sie mit ihren Posts eine Marketingstrategie. Dazu gehören auch private Posts. Laut dem Gericht muss Vreni alle Posts, die beruflich motiviert sind, als Werbung kenntlich machen. Damit wird ihr aber die Möglichkeit genommen redaktionelle Beiträge zu veröffentlichen.

https://www.instagram.com/p/BkR2JOgHJFS/?taken-by=vrenifrost

Das Problem ist die Definition.

Wie schon gesagt sind die Regelungen und Gesetze in Bezug auf Social Media nicht ganz ausgefeilt. Dazu kommt noch die nicht genau eingegrenzte Definition von Werbung. Ist es schon Werbung, wenn ein Instagrammer einen Starbucks-Kaffee trinkt oder Ihre Lieblings(marken)schuhe zeigt? Für Vreni Frost ist jetzt jeder Post Werbung. Und das verdeutlicht sie mit einem Hauch Sarkasmus auch auf ihrem Instagram-Account.

 

*Das komplette Urteil könnt Ihr hier nachlesen.